Gold-Infos.eu - Logo

 

 

 

Blattgold bei Kunstobjekten

Verarbeitung von Gold im Kunsthandwerk

Herstellung von Blattgold Anwendungsbereiche

Gold als Material zu formen, zu gestalten und edle Gegenstände daraus herzustellen, fasziniert die Menschen schon lange. Bereits seit über 5000 Jahren gibt es in Europa die Goldschmiedekunst. Aus der Goldschmiedekunst hat sich vor Tausenden von Jahren die Goldschlägerkunst entwickelt. Schon 2000 vor Christus haben die Chinesen Blattgold verwendet. Auch die alten Ägypter, Griechen und Römer verarbeiteten Blattgold, um Plastiken und architektonische Bauteile zu verzieren. Der römische Einfluss trug zur Verbreitung dieser Veredlungstechnik in Frankreich und Deutschland bei. Hier wurde die hauchdünne Goldschicht zunächst im sakralen Bereich eingesetzt. Ab der Renaissance hielt die Blattvergoldung dann auch im profanen Leben Einzug.

 

Blattgold wird aus Legierungen hergestellt, die einen sehr hohen Goldanteil aufweisen. Es wird zu einer außerordentlich dünnen Folie ausgewalzt und geschlagen. Mit einer Stärke von etwa 0,1 Mikrometern ist die Goldfolie extrem dünn. Bei dieser Stärke lässt sich aus einem Gramm Gold eine Blattgoldfläche von ungefähr einem halben Quadratmeter erreichen. Im Kunsthandwerk findet Blattgold nicht nur beim Entwurf bzw. bei der Anfertigung von neuen Objekten, sondern auch bei der Restaurierung von Kunstobjekten Anwendung.

Hersteller von Blattgold nennt man Goldschläger

Mit dem so genannten Federhammer treibt der Goldschläger das Gold so lange und so präzise, bis es ganz dünn ist. Der Beruf des Goldschlägers hat eine lange Tradition. Ein deutsches Zentrum dieser Handwerker liegt in Schwabach.

 

Fast alle Gegenstände lassen sich mit Blattgold veredeln. So gibt man nicht goldenen Objekten den Anschein, aus echtem Gold zu bestehen. Beispielsweise lassen sich Bilderrahmen, Möbelelemente, Figuren, Schnitzwerk, Bestandteile der Architektur usw. vergolden. Bei Büchern ist der so genannte Goldschnitt eine beliebte Verzierung.

 

Verabeitungstechniken

Goldschläger bei der ARbeitJe nach Bedarf kommen verschiedene Techniken des Vergoldens zum Einsatz. So unterscheidet man die Ölvergoldung, die Leimvergoldung und die Polimentvergoldung. Bei der Ölvergoldung wird als Klebemittel das so genannte Mixtion angewendet. Dies ist ein relativ trockenes Öl, welches aus Leinöl, Terpentinöl und Bleiglätte besteht. Die Ölvergoldung hat den Vorteil, dass sie wetterfest ist.

 

Eine andere Technik ist die Leimvergoldung, bei welcher als Klebemittel ein organischer Leim auf einer Kreidegrundierung zum Einsatz kommt. Eine weitere Vergoldungsart ist die Polimentvergoldung. Anders als die Ölvergoldung, eignet sich die Polimentvergoldung nur für Innenräume, denn sie ist nicht feuchtigkeitsfest. Dennoch lassen sich mit der Polimenttechnik edle Vergoldungen auftragen, die die behandelten Objekte wie massives Gold erscheinen lassen.

 


Bei der Polimentvergoldung wird zunächst eine Auflage aus mit organischem Leim gebundener Kreide geschaffen. Nachdem dieser Kreidegrund getrocknet ist und geschliffen wurde, findet der Polimentaufstrich statt. Ganz feiner Bolus (meist rote, gelbe oder graublaue Erdpigment wird mit organischem Leim und einer speziellen Seife auf Olivenölbasis vermengt. Diese Mischung bezeichnet man als Poliment. Das Poliment wird auf der zu vergoldenden Stelle aufgetragen und muss gut trocknen.

 

Anschließend wird diese Stelle mit der so genannten Netze befeuchtet. Dies ist entweder eine Wasser-Alkohol-Mischung oder stark verdünntes Eiweiß. Als nächstes kommt ein flacher Pinsel aus Fehhaar (Eichhörnchenhaar) zum Einsatz. Mit diesem Pinsel, den man als Anschießer bezeichnet, wird das hauchdünne Blattgold in die mit Netze befeuchtete Stelle geschossen. Es ist ratsam, den Anschießer vorher leicht einzufetten. Dies kann entweder durch Streichen über die Wange oder durch Streichen über das Kopfhaar geschehen. Ist die Fläche fertig vergoldet und gut ausgetrocknet, wird das Gold hochglänzend poliert. Als Poliersteine eignen sich beispielsweise Hämatit oder Achat.

Weitere Blattgoldarten

Eine weitere Art von Blattgold ist das Sturmgold, auch als Transfergold, Turmgold oder Abziehgold bezeichnet. Hierbei wird Blattgold auf Seidenpapier aufgebracht, um anschließend im Freien (zum Beispiel für Inschriften in Gedenksteinen und Epitaphien) in ein vertieftes Klebebett eingelegt zu werden. Diese Art Blattgold lässt sich allerdings nicht so gut polieren.

 

 

Bildquelle für das Foto "Goldschmiedearbeiten": © Piet_Oberau - Fotolia.com

 

 

Goldmünzen Infos

Gold Börsenhandel

Weitere Edelmetalle

Gold als Kapitalanlage

Gewinnung von Gold

Geschichte des Goldes

Gold im Kunsthandwerk

Gold für Uhren & Schmuck

Gold in Industrie & Technik

Impressum

Datenschutz